Image Nur 2 Wochen nach dem IC Termin in Aspern, fand das Saisonfinale '06 auf der im Mai eröffneten Kartbahn in Rechnitz statt. Es handelt sich dabei um einen eher engen und langsamen Kurs, der über einige raffinierte Kurvenkombinationen und einen kleinen (nur für die ÖM geöffneten), aber dafür gemeinen, Geländeteil verfügt. Wir sind am Freitag am Nachmittag angereist und ich nahm vor Ort mein frisch repariertes und auf 450ccm Hubraum reduziertes Motorrad in Empfang. Am Freitag hätte man auch die Gelegenheit gehabt, auf der Strecke erstmalig mit dem Offroadteil zu trainieren, was aber nur von sehr wenigen Fahrern genutzt wurde. Umso erstaunlicher war es, dass der Geländeteil trotz der eher geringen Frequenz bereits über eine ausgeprägte Spurrinne verfügte. Das kann noch lustig werden, dachte ich mir, und das wurde es auch.

Image Am Samstag waren wir in der Klasse S2 Semi Profi wie immer zuerst an der Reihe. Im Geländeteil war nur die Spurrinne vernünftig befahrbar, der Rest war durch das lose Material zu rutschig. Zum Ausgleich dafür verfügt der Asphalt über einen traumhaften Grip. Im Tagesverlauf wurde die ausgefahrene Spur im Offroad gesperrt, damit sich daneben eine 2. bildet und sich das lose Material ein wenig ausfährt. In der Mittagspause mussten K.rin und ich bei beiden Motorräder die Hinterreifen wechseln, bei der #75 war der Slick am Ende und auf der rechten Seite aufgerissen, bei der #85 der Cupreifen am Indikator, für das Zeittraining wurden deshalb 2 Altreifen montiert, welche sich im Gegensatz zu den demontierten in einem etwas besseren Zustand befanden. Zu Saisonende wollte ich einfach keine neuen Reifen mehr kaufen, es reichte schon das wir bei Einem noch die Kette tauschen und beim Anderen noch neue Bremsbeläge montierten mussten.

Image Somit waren wir für das Zeittraining gerüstet und ich konnte sowohl in der S2 Semi Profi, wie auch im Michelin Pilot Power Cup den 8. Startplatz erreichen. In Aspern war es jeweils der 10. Platz und ich muss sagen, es ist irgendwie praktisch wenn man sich nur eine Startposition für die diversen Rennen merken muss.

Am Sonntag, nach den Warmups, begann wieder das lange Warten auf die Rennen, welches wir mit ein wenig zusehen bei den anderen Klassen verkürzt haben. Der Geländeteil sah bei der inneren Kurve aus wie nach einem Luftangriff, ein Bombentrichter neben dem anderen, die Ausfahrt wurde immer wieder umgesteckt, in der Hoffnung das sich der Abschnitt davor etwas gleichmäßiger ausfährt. Mein von Aspern beleidigter Rücken hatte sich bereits am Vortag wieder zurück gemeldet und deswegen sah ich die Schläge und Löcher nur ungern anwachsen.

Das erste Rennen des Tages war der Lauf zur S2 Semi Profi, bei dem ich recht gut vom Start weg kam und auch anfangs das hohe Tempo der Spitzengruppe mitgehen konnte. Zur Rennmitte verlor ich dann pro Runde immer einige Meter auf den Vordermann und musste einsehen, daß nach vorne nichts mehr geht und nachdem von hinten kein Gegner kam, nahm ich das Tempo etwas raus um mich für die noch ausstehenden Läufe zu schonen und belegte so am Ende den 6. Platz.

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m Michelin Pilot Power Cup verlief es für mich im ersten Lauf ähnlich gut, der Start war in Ordnung - ich lag nach der ersten Runde auf dem 8. Platz und kämpfte in einer Dreiergruppe um die 6. Position. Der an der 6. Stelle liegende Fahrer konnte der Spitzengruppe nicht folgen und wurde vom Hintermann heftigst attakiert. Ich schaute dem Treiben, in der Hoffnung letztendlich der lachende Dritte zu sein und beide passieren zu können, zu. Der Zweikampf dauerte einige Runden lang, dann gelang es dem Hintermann endlich am Vorderen vorbei zu gehen und mir war klar, wenn ich den Anschluss nicht ganz verlieren will, muss ich nun so schnell wie nur möglich überholen, nur genau das wollte mir nicht gelingen. Im Offroad tat sich wie immer eine Lücke auf, die ich am Asphalt erst wieder schliessen musste und nachdem die besten Stellen zum Überholen im ersten Abschnitt nach dem Offroad waren, kamen meine Angriffe immer bei den ungünstigeren Abschnitten, wo der Bedrängte leicht Kampflinie fahren konnte und ich deswegen immer das Nachsehen hatte, bis er dann an einem Kurveneingang überbremste und zu Boden ging. Das war's dann, mehr oder minder - mein neuer Vordermann hatte zuviel Abstand und ich kam auch nicht wirklich näher, hinter mir war auch genügend Luft, und so beendete ich diesen Lauf an der sicheren 7. Stelle.

Image Der zweite Lauf begann bereits vor der Einführungsrunde mit einem kleinen Hoppala. Ich rückte mir die Brille zurecht und dabei hakte sich das Gummiband aus der Fassung aus. Ein wenig verdutzt starrte ich auf die Brille in meiner Hand, mit den Handschuhen ware es praktisch unmöglich das Band wieder einzufädeln. Ich wusste nicht einmal das das Band an der Fassung nur eingehakt ist, ich hatte das vorher noch nie näher betrachtet und während die Startreihen nacheinander in die Einführungsrunde gingen, versuchte ich am Streckenrand herauszufinden, wie das Band am anderen Ende befestigt ist und wenn möglich es am anderen Ende schnellstens wieder zu befestigen. Nur zu Info - es wird von der OSK nicht erlaubt ohne Brille oder sonstigen Augenschutz zu starten. Was allerdings im Rennen mit der Brille passiert, ist eine andere Sache, was soviel heisst wie losfahren ohne Brille nein, ankommen ja. Allerdings hätte es für mich als Kontaktlinsenträger sowieso keinen Sinn ohne Brille zu starten. Der Staub im Offroad würde mich sofort in eine Heulsuse verwandeln, also versuchte ich so schnell wie möglich die Brille wieder zu reparieren. Das gelang mir dann auch und kurz bevor die Ersten bereits wieder aus ihrer Einführungsrunde zurück kamen, fuhr ich los. Das war insofern ganz wichtig, weil ohne Einführungsrunde muss man lt. Reglement vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen. Natürlich war ich nun ganz aus meinem Startrhytmus heraus geworfen, voll in der Hektik, der Puls irgendwo und kaum hatte ich meinen Startplatz eingenommen, erfolgte bereits der Start.

Image Nach der ersten Runde lag ich an der 7. Stelle, wusste das ich schneller kann als mein Vordermann, und wollte diesen so schnell wie möglich passieren. In der 2. Runde wollte ich im Offroad möglichst wenig Meter verlieren, fuhr etwas zu schnell hinein und musste danach heftigst bremsen, damit ich nicht im Heck des Vorderen lande. Dabei bremste ich mir leider den Motor aus und nachdem ich eine halbe Minute lang ohne Erfolg kickte, schob ich das Motorrad vorerst aus dem Geländeteil heraus. Ich kickte einige Minuten lang und als der Motor endlich ansprang, konnte ich mich mit 3 Runden Rückstand in eine Lücke zwischen dem 4. und 5. Platzierten einreihen. Aufgeben wollte ich nicht und so bin ich halt das Rennen fertig gefahren. Ich beendete es an der 19. Stelle, da doch noch einige Fahrer ausgefallen oder das Rennen aufgegeben haben. Somit machte ich doch noch 2 Punkte und war wegen meinem Fehler ein bischen angefressen auf mich selbst. Der Fahrer hinter mir, der immerhin 5. war, konnte nicht näher kommen und somit war mir klar, das ich da einige Punkte im Offroad liegen gelassen habe. Aber was soll's, die Saison ist für mich besser als erwartet verlaufen, in der 2. Saisonhälfte konnte ich mich deutlich steigern und es war wieder einmal in Summe recht spassig - jetzt kommt einmal die Winterpause, die ich nach der Hektik der letzten Monate einmal ohne Motorrad geniessen werde.

Schau ma mal wie lange ich es ohne Motorrad aushalten werde.

Fotos:
Peter Leitl www.photo-x-press.at
Karin Mandl www.supermoto-mkm.at