Image Die 4. Veranstaltung zur Österreichischen Supermotomeisterschaft ging in Neutal im Burgenland über die Bühne. Hannes musste arbeitsbedingt passen, zum Ausgleich dafür und um die zahlenmäßige Präsenz des Pitshop Racing Teams zu erhalten, ging erstmalig in dieser Saison, es ist mir nun wirklich eine besondere Freude dies zu verlautbaren, der Chef vom Pitshop persönlich, nämlich Herr Dieter Guggenberger, ebenso unter dem Spitznamen 'Gucci' bekannt, an den Start. Er hatte an dem Wochenende keine gültige, vom Team genehmigte Ausrede parat und musste somit antreten.

Image Um diesen Anlass gebührend zu huldigen, wurde diesmal das rosa Trikot zur internen Verleihung im Team mitgenommen. Jetzt wird sich so mancher fragen, was es mit dem rosa Trikot so auf sich hat. Das ist recht einfach erklärt. Es wird demjenigen Teammitglied zum Überziehen für die Rennen am Sonntag verliehen, welcher sich im Zeittraining, durch den besonders zärtlichen und liebevollen Umgang mit dem Gasgriff, die langsamste Rundenzeit im Team eingefahren hat. Vorraussetzung ist, es muss auf den gleichen Reifen und Streckenbedingungen passieren. Das rosa Trikot schafft im Team die starke Basis für die notwendige Grundmotivation im Zeittraining.

Image Rene (#79) trat in der 1000PS Challenge an, Fritz (#73), Gucci (#52) und der Verfasser dieser Zeilen - Reinhard (#85) im Michelin Pilot Power Cup, letzterer noch zusätzlich in der S2 Semi Profi (#75). Am Samstag fand das erste freie Training im Trockenen statt und somit konnte die gesamte, perfekt hergerichtete Strecke befahren werden. Pünktlich zur 2.Trainingsreihe, die mit der S2 Semi Profi kurz vor Mittag begann, kam der lang angesagte Regen ins Land. Da ich noch auf Slicks war, verzichtete ich auf den Trainingslauf und nutze die verlängerte Mittagspause, um die Regenreifen aufzuziehen. Eine Wetterbesserung war nicht in Sicht und die Regenreifen gehören auch einmal abgefahren, mein Vorderreifen stammt noch von der GSX-R 750 und ist mittlerweile 6 Jahre alt, der hintere ist dagegen ein Jungspund, der ist erst im Jahr 2003 aus der Backform gehüpft.

Rene nutzte sein 2. freies Training zur meditativen Besinnung im Bus, durch seinen Vorsprung aus dem ersten freien Trainiung, von über 6 Sekunden auf Gucci, fühlte er sich sicher und man muss ja wirklich nicht bei einer jeden Gelegenheit nass werden.

Das Zeittraining fand dann für die S2 Semi Profi mit verkürztem Offroad statt, es war meine Premiere in einem nassen und schlammigen Offroad zu fahren, an sich recht lustig, wenn man dabei zusehen kann. Ich belegt im Zeittraining den 13. Startplatz und war unter den Vorraussetzungen ganz zufrieden damit. Nachdem die Bedingungen im Offroad immer schwieriger wurden, wurde dieser ab dem Zeittraining für den Michelin Cup gesperrt. Das gefiel Gucci und vor allem mir schon viel besser. Image Gucci erkannte seine Chance dem rosa Trikot zu entgehen, gab ohne Rücksicht auf eigene Verluste einfach alles und flog letztendlich nach einem Highsider weiter als sein Motorrad.


Ich möchte ihm hiermit, im Namen des gesamten Teams, unsere Anerkennung und Hochachtung, sowie die besten Genesungswünsche aussprechen. Er hat sich die Bänder in der linken Schulter gerissen und wurde mittlerweile operiert, den Ringfinger der rechten Hand hat er sich noch als Draufgabe gebrochen. Er ist aber guter Dinge, jetzt nachdem er quasi Blut geleckt hat, beim Rennen in Aspern wieder dabei zu sein.

Fritz fuhr im Zeittraining zum Michelin Cup den 19. Startplatz heraus, ich lag an der 6. Position und Gucci wäre an der 36. Stelle gelegen, wenn ihn die Sanitäter liegen gelassen und nicht ins Krankenhaus transportiert hätten. Guccis Zeit galt es nun für Rene zu schlagen, Fritz holte ihn aus seiner Meditation und wir informierten ihn kurz über die Lage. Image 'Rene, hallo Rene! Gucci ist im Krankenhaus, seine Zeit die es zu schlagen gilt wäre 1:06,886, es wird ohne Offroad gefahren und es regnet immer noch.' Damit war er genügend instruiert und er ging auf die Strecke. Nach 6 Runden war er der Meinung das er nass genug sei und die Zeit für Gucci reichen müsste. Was soll ich sagen, es ging sich mit 1:11,998 nicht so wirklich aus und an seiner Stelle würde ich, nach seiner vorhergehenden stundelangen Meditation, mein chi, ying-yang, oder am besten gleich alle verklagen. Er hingegen nahm es mit Ruhe und Gelassenheit auf, ein sicherer Hinweis dafür, dass er bereits eine höheren Stufe zur Selbstfindung betreten hat.


Image Das rosa Trikot hatte also seinen Träger, Gucci kam auch wieder aus dem Krankenhaus zurück, ich nehme an sie haben ihn wegen seiner nassen Kombi (Stichwort Hund) vor die Tür gesetzt und da im Regen keiner von uns vor Ort bleiben wollte, sind wir alle am Abend nach Hause gefahren.

Am nächsten Tag fanden wir eine auftrocknende Strecke vor und das Wetter wurde langsam besser, obwohl noch immer bedrohliche Wolken am Horizont entlang zogen. Nachdem auf meiner 450er.., uuups- auf K.rins 450er, die sie mir  freundlicher Weise noch immer für die Klasse S2 Semi Profi zur Verfügung stellt, Regenreifen montiert waren, schwänzte ich das Warmup und fuhr nur das vom Michelin Cup. Dem Fritz war es noch immer zu nass und sein Moped war ihm zu schmutzig, also hat er das Warmup augelassen und sein Moped gewaschen. Rene kam zu spät zur Strecke und versäumte dadurch das Warmup. Nachträglich fühle ich mich jetzt irgendwie als Streber, da ich als Einziger an einem Warmup teilnahm, zum Ausgleich war ich zu faul um auf Slicks zu wechseln und freute mich ein wenig, als es kurz vorm Rennen der S2 Semi Profi tatsächlich zuzog und zu tröpfeln begann.

Image Am Start gab es dann 2 Überraschungen, zum einen wurde der Offroad in Erwartung eines Regenschauers geschlossen gehalten, zum Zweiten waren alle Fahrer, bis auf diejenigen die immer mit den Pilot Power zu Trainingszwecken antreten, auf Regenreifen. Der Start ging für mich leider voll daneben, ich war in der ersten Kurve an einer sehr ungünstigen Position eingekeilt und fiel im Startgetümmel an die vorletzte Stelle zurück. Nach einer kleinen Aufholjagt kam ich letztendlich noch auf Rang 12 vor, mehr war für mich nicht mehr drinnen. Das positive daran war, die Regenreifen sind wirklich schon ein wenig härter und haben die trockene Strecke ohne aufzureissen überlebt. Fein, so muss ich mir keine neuen Regenreifen zulegen.

Im Michelin Cup wurde der erste Lauf bei trockener Strecke mit einem verkürzten, aber bestens präparierten Offroad gefahren. Fritz kam vom Start gut weg und fuhr weit nach vor, leider bremste er im Getümmel der ersten Kurven seinen Motor aus und musste nach einer Kickorgie dem Feld hinterher hetzen. Der Lohn seiner beherzten Aufholjagd brachte ihm letztendlich den 18. Platz ein. Für mich lief es besser, ich verlor am Start nur ca. 3-4 Plätze, das ist sehr wenig für meine Verhältnisse, konnte mich allerdings wieder rasch an die 7. Position vorschieben und ab dann begann ein spannender Zweikampf um den 6. Platz, der nach mehrfachen Positionswechsel letztendlich meinem Gegner zuviel, der geschickt einen Überrundeten nutzte, um in der vorletzten Kurve wieder an mir vorbei zu gehen. Mit dem 7. Platz war ich allerdings mehr als zufrieden, da ich vor dem Rennen befürchtete, das ich im Offroad nach hinten durchgereicht werden würde.

Image Der zweite Lauf begann bereits kurz vorm Start mit einem Knaller, als nämlich just die Aprilia von dem Kontrahenten mit dem ich im ersten Lauf um den 6. Platz kämpfte, in Flammen aufging. Sein Steptanz, mit brenndendem Stiefel, wurde auf höchstem choreographischem und technischen Niveau dargebracht, alleine die Dramatik  und Finesse seiner Bewegungen waren einfach unbeschreibbar. Leider musste er feststellen, dass es dafür keine Punkte gab und so marschierte er ein wenig geknickt von der Strecke, während im Hintergrund die Komparsen sein Motorrad löschten.

Nach einer 2. Aufwärmrunde begann das Rennen wie das Erste, Fritz verlor in den ersten Kurven im Gedrängel viele Plätze und musste wieder von den hinteren Positionen aus eine Aufholjagd starten, die zum Zeitpunkt des Rennabruches wegen eines Sturzes, an der 18. Position endete. Für ihn kam der Abbruch zu früh, für mich gerade richtig, da ich durch den schwieriger werdenden Offroad das Tempo meines Vordermannes, nachdem ich ihn 4 Runden lang geärgert hatte, nicht mehr halten konnte und im Offroad bereits vom nachfolgenen Fahrer überholt wurde. So zählte allerdings die Runde vor dem Rennabbruch, und ich konnte den 6. Endrang für mich verbuchen.

Image Rene gelang in der 1000PS Challenge ein fulminanter Start, bei dem er von der vorletzten Position ins Mittelfeld fuhr und dort lange Zeit um den 15. Platz kämpfte. Das rosa Trikot, das ihm übrigends ausgesprochen gut steht, forderte durch thermische Unzulänglichkeiten seinen Tribut. Er kam völlig entkräftet, durch diese zusätzliche Belastung, im Offroad zu Sturz und verlor dadurch die zuvor erkämpften Positionen wieder an seine Gegner. Am Ende landete er an der 22. Stelle.

Falls Interesse besteht, können männliche Fans gerne ein signiertes Foto von unserem Trikotträger anfordern. Das Angebot gilt solange der Vorrat reicht und kann zum nächsten Renntermin, am 2./3.09.06 in Tirol, beim Team abgeholt werden.

 

Fotos:

Peter Leitl www.photo-x-press.at

Karin Joppich