Nachdem die SX mittlerweile schon einige Wochen bei mir in der Garage steht, war es langsam an der Zeit das Stoppelding an die frische Luft zu führen. Am vergangenen Freitag war es warm genug, ausnahmsweise viel keine Schnee und es regnete nicht, somit habe ich unsere Mopeds in den hinteren Teil vom Bus geworfen, K.rin wurde im vorderen Abschnitt verstaut.
Wir waren die ersten an der MX Bahn, die Teamkollegen sollten kurze Zeit später eintreffen, und blieben gleich mal bei der Zufahrt mit dem Bus stecken. Super. Nach einiger Zeit sind wir dann mit Hilfe eines herumliegenden Gitters frei gekommen, haben die Mopeds ausgeladen und kurz darauf erschien Rene, zwar ohne Motorrad, weil's nicht rechtzeitig fertig wurde, aber an Dreckfräsen sollte es nicht mangeln.
Kurz darauf kommt Hannes daher und während er mit dem Abladen seiner Honda beginnt, fahre ich als erster in die Bahn hinein und - ja wie soll ich es nur sagen - irgendwie ist es mir ein klein wenig peinlich, ich bin stecken geblieben. Jo Herrschoftsseiten, gschissener Dreck ana, gschissener! Das gibt es doch gar nicht, jetzt hab ich zum ersten Mal selber was mit Stoppelreifen und dann stecke ich hier in der Landschaft? Da hätte ich doch gleich bei den Slicks bleiben können.
Als nächster versucht es Hannes, er kommt zwar weiter, bleibt aber auf einem Tabel stehen und wringt am Gasgriff. Sein 2-Takter will nicht so recht auf Drehzahl kommen, stirbt ab und sollte danach auch nicht mehr anspringen. Nach einem kurzen Kriegsrat, beschlossen wir zu einer der in der Nähe befindlichen Schottergrube zu fahren. Hannes wollte sich eine neue Zündkerze organisieren und nachkommen. Rene fuhr als Sozius beim Fritz mit und los ging es. Die Feldwege sind zur Zeit halt ein wenig tief und um den größeren Schlammpfützen auszuweichen bin ich halt an den Rand auf einen kleinen Damm gefahren und bei der Gelegenheit überholt mich mein Hinterrad. **WAAMM!** Schon lag ich am Boden und dachte mir: 'Hallo Saison 2006! Entschuldige, ich hab dich nicht gleich erkannt, aber jetzt bin ich mir sicher das du es bist'. Nach der freudigen Begrüßung sind wir wieder weiter in Richtung SG gefahren.
Dem Fritz ging der Sprit aus, vorher tanken wäre zu langweilig gewesen, aber nach einer kleinen Spende aus meinem Tank konnte er zu den Transportern zurückgefahren um nachzutanken. Rene ist bei mir aufgestiegen, er kennt den Weg zur SG und mit K.rin im Schlepptau ging es weiter über Feldwege, Güterwege und Bundesstrassen. Rene kennt den Weg zur SG wirklich und so mussten wir kein Stück auf der Autobahn fahren. Die Autofahrer betragen sich schon ein wenig komisch wenn man mit einem Crosser auf Stoppelreifen mit Sozius unterwegs ist, möchte ich hier bei der Gelegenheit einmal anmerken. Da schauen sie so komisch, werden langsamer, gestikulieren, hyperventilieren und was weiss ich noch alles. Ich hab einfach nur starr gerade vor mich hin auf die Strasse gestarrt. Die, - ich bin gar nicht da und sehe euch nicht Taktik - wirkt halt immer.
Wir sind dann tatsächlich in die SG gelangt, Fritz kam kurze Zeit später aus der anderen Richtung, ohne öffentlichen Verkehr, nach und ich bekam mal eine kleine theoretische Einschulung wie man Schotterhaufen rauf und runter fährt, weil mit Ausnahme eines kleinen Ausflugs mit K.rins ehemaligen DR350 in eine SG, wo ich tunlichst darauf geachtet habe im flachen Bereich zu bleiben, war es praktisch meine Premiere auf Stoppelreifen. Fritz fuhr voraus, ich hinterher und ich staunte nicht schlecht. Erstens einmal wie groß die Schottergrube eigentlich ist wenn man hinter, also über die Schotterhaufen fährt und wie sich so ein Viertakter praktisch von alleine den Hang raufzieht, egal wie bescheiden ich den Hang auch angegangen bin. So eine potenter 450er Motor ist nicht schlecht, Gas rulez.
K.rin schoss den Vogel, oder besser gesagt das Zweigerl von einem Strauch ab. Sie hat die Brille, weil beschlagen, runter gezogen und ist losgefahren. Kurz vorm ersten Steilhang erwischte sie den Zweig der ihr, wie sich danach heraus gestellt hat, einen Teil ihrer linken Kontaktlinse entfernte und auf diese Art geblendet hat sie die Spur nicht getroffen, ist rechts davon den Hang hinauf gefahren und vor einem kleinen Überhang gescheitert.
Kurz vor dem Einbruch der Dunkelheit sind wir dann über Feldwege und anderen Gruben zurück zu den Transportfahrzeugen gefahren, haben alles verladen, sind losgefahren und - ich bin mir sicher ihr könnt euch denken was jetzt kommt und ich schreibe das nur zur Bestätigung eurer Gedanken - ja, ich bin mit dem Bus stecken geblieben.
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