Als letzter Termin zum KTM TNT Cup 2011 stand Brünn am Programm. ImageWie bereits die Woche zuvor, packte ich meine Sachen am Vortag zusammen und begab mich am frühen Nachmittag auf den Weg nach Brünn. Das ist halt einer der Vorteile im Urlaub. Man kann untertags anreisen, was die Hektik ein wenig mindert. In Brünn sind die Boxen X-Large und obwohl wir zu 6. in der Box sein sollten, mussten wir einiges Gerümpel herum liegen lassen, damit die Box nicht so leer wirkte. Die Gebrüder Schuheker, Istvan, Robert und ich verbrachten einen vergnüglichen Abend in der Box, wobei Istavan den Grillmeister spielte, oder halt dafür missbraucht wurde - hier gehen die Meinungen geringfügig auseinander, Florian stiess erst nach Mitternacht zur noch wachen Resttruppe dazu.

Punkt 09:00 Uhr ging es zum ersten Mal auf die Strecke hinaus, Robert und ich fuhren gemeinsam weg, hinter uns reiht sich Florian ein. ImageNach dem ersten Turn bin ich mit einer hohen 2:20er Runde schon fast auf meiner schnellsten Rundenzeit vom Vorjahr, Robert ebenso und Florian, dieser junge, wahnsinnige Kerl fährt in seinem ersten Turn eine 2:22er Zeit auf einer für ihn unbekannten Strecke. Uns bleibt darüber ein bisserl der Mund offen und die Spucke weg, während Florian seine Zeit natürlich noch nicht einschätzen kann. So vergeht der Vormittag, ich steigere mich noch auf eine 2:17, durchfahre wieder einmal mein Lieblingskiesbett und weil der Hinterreifen immer mehr zu rutschen beginnt, wechsle ich diesen noch vor dem Zeittraining Imageauf einen Neuen. Damit geht es dann schon wesentlich besser, mit einer 2:14,50 stelle ich mich auf den 3. Startplatz, nur Bernd ist in meiner Klasse noch um 3 Zehntel schneller als ich und der zwecks Testfahrten anwesende Michael Ranseder fährt so oder so in einer anderen wie auch eigenen Klasse. Beim Start zum 1. Rennen gelingt es Tom vom 4. Startplatz aus an mir vorbei zu gehen, Bernd bleibt vor mir und so geht es durch die erste Runde, in der 2.bremst sich Tom innen an Bernd vorbei und zieht mit schnellen Rundenzeiten davon, Imagewährend ich mir in der Zwischenzeit an Bernd die Zähne ausbeisse. Erst zur Rennmitte konnte ich mich in der Kurve vor der Senke an ihm vorbei bremsen und endlich hatte ich freie Fahrt. Tom konnte bis zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vorsprung von knapp 4,5 Sekunden herausfahren. Eigentlich wollte ich mit einigen schnellen Runden nur den Abstand zwischen mir und Bernd vergrößern, aber dann sah ich, wie sich der Abstand zu Tom verringerte und irgendwo in meinem Stammhirn wurde sowas wie ein Jagdinstinkt wach. Das Großhirn meinte, vergiss es, der ist zu weit weg, das Stammhirn sagt, schneller, schneller - du kommst näher! Das Großhirn hatte natürlich recht, Imageich konnte den Abstand noch auf 1,2 Sekunden verringern, fuhr mit einer 2:13,285 eine persönliche Bestzeit, aber das war es dann auch schon. Ich belegte damit hinter Tom den 2. Platz, Bernd wurde 3. Nach der Siegerehrung begann wieder die übliche Abendunterhaltung in der Box, mit einem Wermutstropfen, weil die Superduke vom kleinen Schuh mit Motorschaden im Rennen ausgefallen ist und er somit die Saison frühzeitig beenden musste.

Am zweiten Tag zog Robert einen neuen Satz Bridgestone auf, er wollte diesen Reifen schon die ganze Saison über ausprobieren und war danach von der Performance dieser Reifen sehr angetan. Florian folgte seinem Beispiel, ich wechselte wieder auf den Altreifen vom Vortag zurück, um den neueren Hinterreifen für das Qualy und für das Rennen zu schonen, weil mit den fallenden Rundenzeiten ging nun der Reifen und Bremsbelagverschleiss rapide nach oben. Derart fuhr ich mich mit dem Altreifen rutschend warm und im Zeittraining konnte ich mich dann mit dem besseren ImageReifen auf den 2. Startplatz direkt neben dem Hrn. Ranseder stellen. Robert konnte sich mit einer beachtlichen 2:16,0 als bester seiner Klasse, also wenn man den Ranseder nicht berücksichtigt, wobei - am Vortag hat sich dieser den Pokal für den Sieger der offenen Klasse abgeholt...*hmpf* - qualifizieren. Die gute alte Sitte der Profirennfahrer, sich bei Hobbyrennen vor der Zielflagge in die Box zu verdrücken, dürfte also von den jungen Fahrern nicht mehr so ganz in dieser Form praktiziert werden. Wie auch immer, viel wichtiger war allerdings, dass er nach dem Zeittraining nicht in der Box war, ebenso fehlte Florian. Die 2 hatten sich in der letzten Runde, also jeder für sich alleine, hingelegt. Beide mit dem Bridgestone - beide Imagesind über das Vorderrad abgestiegen und beide erzählen die selbe Geschichte. Kurve wie immer gefahren und dabei ging das Vorderrad ansatzlos weg. Zum Glück ist Beiden ausser einigen blauen Flecken nichts passiert, Robert konnte noch mit der GSXR in die Box fahren, an Florians RC8 war allerdings mehr kaputt und somit war für ihn der Tag vorüber. Roberts Gixxer wollten wir noch vorm Rennen ein bisserl tapen, im Prinzip war nur die Verkleidung lädiert, aber als er den Motor startete, erklang ein sehr seltsames Geräusch aus dem Motor, worauf er beschloss, den Tag als Zuseher zu beenden.


Beim ImageStart zog mir Tom wieder davon, Bernd steckte vor der ersten Kurve zurück und der Herr Erin Machtlinger bremst sich vom 10 Startplatz gleich an uns beiden vorbei. Typisch Erwin, das kann der alt..*ähm* - der Motocrosser in den besten Jahren, wirklich gut. Tom zieht vorne weg, ich hänge hinter Erwin fest, Bernd nutzt die Chance und beschleunigt mich aus. Ich sehe Erwin und Bernd zu, wie sie von Kurve zu Kurve die Positionen tauschen, Bernd kann danach endgültig an ihm vorbei ziehen, ich brauche noch eine RundeImage länger und hefte mich danach an Bernds Auspuff. Am Ende der 4. Runde kann ich vorbei gehen, aber Tom ist wieder mit einem Vorsprung von knapp 5 Sekunden entschwunden. Bernd gibt auf und so fahre ich recht einsam das Rennen wieder an der 2. Position zu Ende. Im Rennen Imagefuhr ich, nachdem ich freie Bahn hatte, konstante 14er Zeiten, an die Zeiten vom Vortag kam ich auf Grund des mittlerweile doch schon recht abgefahrenen Hinterreifens nicht mehr heran. Das mit dem Reifenverschleiss kann, wenn ich (so) weiter mache, noch recht lustig bzw. kostspielig werden. Istvan nahm im Rennen eine Bodenprobe, wobei er sich bei dieser Gelegenheit auch noch sein Schlüsselbein brach. Somit beschlossen wir die Heimreise in Raten anzugehen, zuerst fuhren Robert und ich nach Wien, stellten meinen Wohnwagen auf den Abstellplatz, danach fuhr mich Robert wieder nach Brünn, damit ich den Bus samt Wohnwagen vom Istvan, sowie den Istvan selbst, nach Wien zurück bringen konnte. Danach setzte mich Robert noch zu Hause ab, wobei wir am Parkplatz noch schnell ein Bier verdrückt und dabei realisiert haben, dass unsere Rennsaison 2011 somit Geschichte ist.

Fotos:

Katharina und Robert Riesenberger

Foto Rejda