Image Von Castelletto nach Ottobiano ist es im Grunde nur ein Katzensprung von ca 40km. Nachdem wir bereits wussten, daß am Montag die Strecke nicht befahren werden kann, wegen der geschlossenen Veranstaltung, gingen wir es sehr gemütlich an. Der bekannte Softwarefehler von meinem Navigationssystem, der Bug hört auf den Namen K.rin, führte uns auf Strassen, mit einer Breite auf der sich bestenfalls 1,5 PKW ausgehen, zwischen Reisfelder entlang in Richtung Ottobiano. Das kommt dann ganz gut wenn man wie ich mit Wohnwagen, oder wie Hannes, der hatte es noch schlimmer, mit Truck und Trailer unterwegs ist und einen LKW als Gegenverkehr hat. Wir erreichten Ottobiano ohne eines unserer Fahrzeuge in einen Bewässerungsgraben zu versenken.

Image Nachdem wir unser Lager aufgebaut hatten, warfen wir einmal einen Blick auf die Strecke, was durch die vorhandene Tribüne recht einfach ist. Von dort oben sieht man praktisch jeden Winkel der Bahn. Auf dieser Strecke wurde 2004 ein Lauf der Supermoto EM abgehalten und auch sonst finden immer wieder italienische Regional- und Staatsmeisterschaftsläufe statt. Am späteren Nachmittag gesellte sich noch ein Sattelschlepper mit der Aufschrift 'Aprilia-Racing' zu uns ins Fahrerlager. Da haben wir uns noch nicht viel dabei gedacht...

Image Als am nächsten Morgen auf einmal 6 Aprilias, je 2 mit der #101, #102 und #105 davor standen, hatten wir schon den Verdacht, das Mr. Supermoto Thierry Van Den Bosch, möglicherweise vorbei schauen könnte. Er schaute vorbei, der 2 maligeImage Weltmeister der offenen Klasse stand auf einmal mit seinem Teamkollegen, dem Ex- Weltmeister von 2004, Jerome Giraudo, vor uns im Fahrerlager. Da passte die weisse Yamaha mit der #75, das ist das neue Einsatzgerät des amtierenden Weltmeisters der kleinen Klasse, Boris Chambon, ganz gut dazu. Sein Teamkollege, Max Manzo #111, war natürlich ebenfalls zugegen. Nicht schlecht, ich war kurz davor mich in ein kreischendes Groupiedings zu verwandeln. Bevor das passieren konnte, bin ich mal sicherheitshalber auf die Strecke gefahren.

Image Die Strecke selbst kann auch einiges. Schnelle Geraden wechseln sich mit technisch fein zu fahrenden Abschnitten ab, schnelle Kurven, langsame Kurven und Kurvenkombinationen, praktisch alles was das Supermotoherz so begehrt. Alles? Naja, der Offroad war leider, oder in Hinblick auf die anwesenden Fahrerasse, zu meinem Glück nur getrennt befahrbar. Die Strecke kann von 9 bis 18 Uhr abwechselnd mit den Karts, der Wechsel erfolgt alle 20 Minuten, befahren werden. Image Es gibt keine Mittagspause, das Ende kann auch 19 Uhr sein, da ist man flexibel, im Sommer ist 19 Uhr Standard und fallweise wird bei Flutlicht gefahren. Unter der Tribüne gibt es ein großes Lokal und ein Zubehörladen für Supermotos und Karts. Irgendwann entdeckten wir auf der Strecke eine Honda mit der Startnummer 3, im typischen Style von Max Biaggi. Ein Fan, dachten wir zuerst. Falsch gedacht, wie könnte es HIER in Ottobiano anders sein - ja, natürlich war ER es selbst. Der Tag hatte was, egal ob es nun das Fahren bei bestem Wetter war, oder wenn man der anwesenden Prominenz beim Fahren zusah, oder wenn man versuchte ihnen auf der Strecke ein, zwei Kurven lang zu folgen. Das war wirklich ein genialer Tag und am Abend waren wir dann wieder alleine im Fahrerlager.

Image Da der Mittwoch normalerweise für Karts reserviert ist, hatten wir ja an diesem einen Ausflug auf die zweite Strecke in Castelletto geplant. Da uns allerdings vom Streckenpersonal mitgeteilt wurde, daß wir auch am Mittwoch fahren könnten, da sich erfahrungsgemäß unter der Woche nicht viel mit den Karts tun würde und man das ohnehin alles nicht so eng sähe, planten wir zu bleiben. Am Mittwochmorgen gingen wir einmal gemütlich auf einen Cafe, lösten uns die Tickets, machten uns startklar und - es begann zu regnen. Nachdem das Wetter nicht besser wurde, montierte Fritz auf seiner zweiten Felgengarnitur die Regenreifen, K.rin und ich taten gleiches auf ihrer SMR 450. Bei trockener Strecke wollten wir uns auf der 580er, bei feuchter oder nasser mit der 450er abwechseln. Fritz und ich fuhren zwar noch einen Turn, aber nachdem es immer kälter wurde und der Regen stärker wurde, liessen wir es letztendlich bleiben. Es machte einfach keinen Spaß. K.rin unterhielt sich mit der Bedienung im Lokal und fragte, ob die anderen zwei, die sich Streckenkarten gelöst haben und gar nicht gefahren sind, am nächsten Tag einen kleinen Nachlass bekommen könnten. Die Bedienung meinte, sie wird mal ihren Chef fragen, könnte sich das aber gut vorstellen.

Image Am Donnerstag in der Früh, wir saßen gerade im Lokal bei einem Kaffee zusammen, legte man uns wortlos 4 Gratis Tickets mit der Aufschrift - Bonus Rain, auf den Tisch, für alle die am Vortag gezahlt hatten, egal ob gefahren oder nicht. Der Donnerstag war im Grunde dann die Wiederholung vom Dienstag. Der Aprilia LKW ist wieder am Vorabend angekommen, am nächsten Tag fehlte Chambon und Giraudo, der Rest war wie gehabt an und auf der Strecke. Zur Verstärkung kamen Bernd Hiemer (#12), sein Bruder Daniel Hiemer (#41), Massimo Beltrami (#121), Jürgen Künzel (#74), das TM Racing Team mit Simone Girolami (#74) und Robert Baraccani (#75), dazu noch jede Menge Top Fahrer aus der italienischen Meisterschaft, Manolito Welink (IDM-Topfahrer) habe ich noch erkannt, keine Ahnung wer da noch alles unten war, die Hobbyfahrer waren an diesem Tag jedoch klar in der Minderheit.

Image Freitag war dann unser letzter Fahrtag, ohne besonderer Vorkommnisse, mit fabelhaftem Wetter. Am Samstag begaben wir uns wieder auf die Heimreise.

Ich glaube es wird keinen wirklich verwundern wenn ich schreibe, daß wir in naher Zukunft unbedingt wieder nach Ottobiano wollen.

Die Bilder von unserem Italienaufenthalt findet ihr HIER .
Onboardvideo von Ottobiano: 

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