ImageRijeka wurde 1977 in nur 5 Monaten Bauzeit aus dem Boden gestampft, damit Jugoslawien auch weiterhin einen Lauf zur Motorrad WM erhält. Dieser große Preis von Jugoslawien wurde danach in den Jahren 1978 bis 1990 dreizehnmal abgehalten, im Jahr 1991 folgte wegen des ausbrechenden Jugoslawienkrieges das Aus für den Grand Prix und ab diesem Zeitpunkt dürften die Mittel die für den Erhalt der Strecke zur Verfügung stehen knapp bemessen sein. Es wird zwar immer wieder etwas getan, aber halt nur das Nötigste. Möglicherweise ist es genau das was den besonderen Flair dieser Strecke, neben der sehr anspruchsvollen und körperlich fordernden Streckenführung, ausmacht. Das in den Fels gehauene Fahrerlager, die Nassraumcontainer und die Gastronomie mit dem Namen Box 000, eine Ansammlung von Würstelbuden-artigen Hütten mit Gastgarten, welche aber mit Sicherheit das beste Fahrerlageressen aller mir bekannten Rennstrecken serviert.

Ebenso zur Strecke gehören die ein bis zwei fingerbreiten Risse, die zusammen mit den Wellen, Löchern und dem engen supermotoartigen Infield den Fahrer keine Verschnaufpause gönnen. ImageHeuer wurde dort sogar ein Termin zur Supermoto WM abgehalten. Die entsprechenden Offroadabschnitte, sowie die Markierungen zur Startaufstellung wurden bei der abgehaltenen Streckenbegehung (zumindest von mir) mit großem Interesse bestaunt. Der Wohnwagen blieb diesmal zu Hause, das sollte die An- und Abreise beschleunigen, für die Übernachtung musste der Vivaro herhalten. In der Box quartierten sich diesmal Robert und Katharina, sowie Wolfgang ein. Es wurde in nur zwei Gruppen zu jeweils 20 Minuten gefahren, was eine recht kurze Verschnaufpause zur Folge hatte und so ließ ich gleich nach dem ersten Turn den Zweiten aus, um danach im Dritten, wegen der Bergung einer Verletzten, ebenfalls zu pausieren. Aber es blieb ja noch genügend Zeit zum Qualifying und mein Reifenkontingent neigte sich nach meinem Reifendesaster in Brünn auch schon wieder dem Ende zu. Von Brünn hatte ich noch einen stark aufgerissenen Hinterreifen dabei, welcher sich aber in Rijeka noch einmal glatt fuhr und mich am Ende im Zeittraining auf den 4. Gesamtrang stellte.

Im Rennen kam ich diesmal erstaunlich gut weg und reihte mich an 3. Stelle hinter der BMW S1000RR vom Herbert ein, welcher im freien Fahren und im Zeittraining bereits stark gefahren ist. Nur jetzt im Rennen kam er nicht so recht auf Touren und Günter, der an erster Stelle lag, machte sich bereits nach Imagewenigen Kurven aus dem Staub. Im Infield zappelte ich wie ein junger Hund hinter der BMW, fand aber keinen Weg vorbei. Auf der Geraden fuhr dann noch Bernd, der nächste mit einer 1000er BMW, an mir vorbei. Von einem Überholmanöver kann man hier auf keinen Fall sprechen, außer ich sehe da was falsch und es ist bereits ein Manöver, wenn man bei voll geöffnetem Gasgriff bei der Hälfte der Zielgeraden am Vordermann vorbeilenken muss. Ich hasse diese BMWs, echt jetzt. Auf alle Fälle waren jetzt 2 BMWs vor mir. Herbert kam langsam in Schwung und fuhr Bernd stetig davon, während Bernd auf den ImageGeraden immer genau so viel Abstand zwischen ihm und mir brachte, sodass mir ein Ausbremsmanöver,  wie auch ein Angriff im engen Infield, zu riskant erschien. Grundsätzlich wäre es egal, ob er vor mir liegt, weil die BMWs in einer anderen Klasse starten, nur fuhr mir mein unmittelbare Gegner vor ihm davon und von hinten kam Tom, der wiederum in meiner Klasse fuhr und mir gleich einmal zeigte, wie man auch im Infield einen Gegner überholen kann. Zuerst schnappte er sich mich und eine Runde später Bernd. Ja, das waren wirklich zwei sehr saubere Aktionen. Ich hingegen hing weiter bis zum Rennende hinter der BMW vom Bernd fest und wusste nicht, ob ich mich nicht doch vorbei trauen, langweilen, oder ärgern sollte. Ich beendete das Rennen als Dritter in meiner Klasse. Erster wurde Günter, der mit sehr guten Rundenzeiten im Rennen dieses überlegen gewann und Tom wurde Zweiter. In der BMW *ähm* Open 1200 Wertung gewann Bernd, weil Herbert in der letzten Runde und in einer der letzten Kurven, wirklich ganz ohne Zweikampf, noch ein kleines Kiesbettrodeo austrug und am Ende dadurch die Führung verlor und den zweiten Platz belegte.

Nach der Siegerehrung verblieben wir in der Box 000, weil bei so einem Essen braucht man sich wirklich keinen Proviant mitnehmen. Wolfgang ging noch einmal eine Imagekleine Runde zur Kurve Opatija, weil ihm dort im freien Fahren die Fallsucht über- und aus der Onboardkamera die Micro SD Karte abhanden kam. Ich denke die Suche nach der Nadel im Heuhaufen wäre erfolgversprechender, aber von so Kleinigkeiten wie Wahrscheinlichkeiten lässt sich der gute Wolfgang nicht abhalten und so entschwand er zur berüchtigten Opatija, der an diesem Tag schon etliche Opfergaben dargebracht wurden. Unter anderem ging, wie ich später erfuhr, auch Christoph an dieser Stelle zu Boden. Bei ihm lief es leider nicht ganz so glimpflich wie bei Wolfgang ab, der ja nur ein wenig Gewebeklebeband und einige Hebelchen brauchte um weiter zu machen, Christoph hat sich den ImageZeigefinger 2x gebrochen und nachdem auch eine Sehne ab sein dürfte, scheint es so, als ob er sich noch einer OP unterziehen muss. Gute Besserung an dieser Stelle. Auch Andy hatte seine Ducati 848 geerdet und musste mit einer geliehenen KTM 690 sein Rennen bestreiten. Unter der Mithilfe von Harald, der diesmal nur als Zuseher vorbeischaute weil er rund 100km entfernt auf Familienurlaub war, wurde Andys Ducati wieder bis zum nächsten Tag Imagefahrtüchtig gemacht und ich gehe davon aus, dass Andys Helmvisier am nächsten Tag sehr sauber war (Hinweis für Insider). Ist vermutlich eh besser als am Strand zu liegen, ich weiß es nicht, da ich noch nie am Meer war. Wolfgang brach die Suche im Kiesbett erfolglos ab und fütterte danach die streunenden Katzen, während wir die Flugshow der RC und UL Flieger am nahen Flugfeld beobachteten. Es brach die Nacht herein, Fledermäuse setzten die Flugshow fort und nach einem Bier zum Tagesausklang ging es relativ früh ab in den Vivaro.

Am nächsten Tag suchte ich mir im ersten Turn eine freie Runde und fuhr auf Anhieb gleich einmal auf ein paar Hundertstel auf meine Vortagesbestzeit heran. Danach ging ich am Vormittag nur noch einmal für eine schnelle Runde raus, weil ich die Reifen fürs Zeittraining schonen wollte. Die Runde gelang, ich war noch einmal um 1,3 Sekunden schneller als zuvor, was mich auch anImage die erste Stelle am Zeitmonitor brachte. Geht doch ganz gut, wenn keine BMW im Weg herumsteht, dachte ich mir. Sagte ich schon, dass ich die BMWs nicht mag? Danach pausierte ich bis zum Zeittraining. Robert ging in der Zwischenzeit in der Opatija zu Boden. Ihm ist praktisch nichts und dem Motorrad nur wenig passiert, trotzdem war bei ihm wieder einmal der Lichtmaschinendeckel durch und der Lenkerstummel an der Halterung ab. Der Tag war für ihn somit gelaufen und er begann schon einmal mit der Reparatur, weil er eine Woche später beim Pezibären in Mugello den Gixxer brauchte und er den dazwischen liegenden Italienurlaub nicht schraubend verbringen wollte. Im Zeittraining fuhr ich auf die dritte Startposition und danach begann das lange Warten auf das Rennen, weil ich keine Lust auf Bremsbelagwechsel verspürte und die Beläge waren mittlerweile doch schon recht dünn.

Im Rennen kam ich wiederum recht gut vom Start weg, es schoben sich nur 2 BMWs von hinten an mir vorbei, aber gegen Tom, der sich in der ersten Kurve neben mich setzte, konnte ich mich auf der besseren Linie befindend erwehren und so reihte ich mich als Fünfter ein. Herbert war direkt vor mir und kam wie bereits am Vortag nicht in die Gänge, also drückte ich mich im Infield (wie am Vortag von Tom gelernt Image- danke dafür), an ihm vorbei. Bernd kassierte Günter auf der Gegengeraden und ich versuchte gleich einmal die Lücke zu Günter zu schließen. Eine Runde später war ich hinter Günter und konnte ihn am Ende der Gegengeraden ausbremsen. Somit war ich an der ersten Stelle meiner Klasse, vor mir nur zwei BMWs, aber es war mir schon klar, dass Günter nicht so schnell aufgeben wird und ich  versuchte mich abzusetzen. In der fünften Runde war ich hinter Bernd und als er einmal etwas schlechter auf die Gegengerade raus beschleunigte und Imageam Ende der Geraden nicht wie üblich 20m vor mir lag, nutzte ich die Gelegenheit und bremste mich an ihm vorbei. "Endlich vorbei, endlich freie Fahrt nach vorne, jetzt muss ich nur mehr die Zielgerade überstehen", so dachte ich mir und drehte dabei den Gasgriff auf volle Lautstärke, "und dann mache ich mich im Infield davon." In dem Moment geht Bernd wieder mitten auf der Zielgeraden an mir vorbei. Ich hasse diese BMWs - wirklich. The same procedure as every race, ich hing hinter Bernd fest, erwartete jederzeit einen Angriff von hinten und versuchte bei den Überrundungen so wenig Zeit wie nur möglich zu verlieren. Zu meinem Glück konnte Günter nicht mehr zu uns aufschließen und ich beendete das Rennen als Erster in meiner Klasse, vor Günter und Tom. Bernd wurde ebenfalls Erster, weil die BMW vor ihm einen Frühstart hatte und mit einer 20 Sekunden Zeitstrafe belegt wurde.

Danach begann schon einmal das Einpacken, zwischendurch noch zur Siegerehrung und nach einer schnellen Verabschiedung ging es auf den ImageWeg nach Hause. Wie bereits im Jahr zuvor das übliche Spiel an der Grenze, der Beamte stellt die Frage ob das Motorrad registriert sei, natürlich ist es das, hole die Papiere hervor und der Grenzbeamte studiert aufmerksam den Zulassungschein und schreit irgendwas auf Slowenisch zu seinem Kollegen hinüber. Ich verstehe nur irgendwas mit KTM und glaube fest daran, dass die mit den Daten im Zulassungsschein so eine Art Motorradquartett spielen. Ich hoffe mein Grenzbeamter hat gewonnen und sein Kollege hatte keine BMW Papiere in der Hand. So kam ich also wieder über die Grenze und in Österreich fuhr ich dann in den wettertechnischen Weltuntergang, was die Fahrt etwas in die Länge zog.  Beim Ausladen am nächsten Tag merkte ich eine 20 cm langen Riss im Hinterreifen und Rückstände am Kühler, was wiederum bedeutet, dass der 2 Monate alte Kühler undicht ist. Es schaut so aus, als wäre der Kühler bei den Anschlussrohren undicht, Steinschlag würde ich einmal ausschließen wollen. Ist halt so, Garantieantrag ist draußen und den Umbau und das Entlüften kann ich mittlerweile eh schon im Schlaf - wenn auch nur zu zweit. Reifen habe ich auch gleich einmal reklamiert, schauen wir einmal was Pirelli dazu sagt.

Fotos:

Katharina und Robert Riesenberger

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