ImageFür Brünn war sommerliches Wetter angesagt und ich stellte mir die Frage, welche Reifenmischung ich einpacken soll. Zum ersten Mal verfügte ich zusätzlich zur SC2 auch über die weichere SC1 und SC0 Mischung. Ab 35°C Asphalttemperatur kann lt. Pirelli der SC1 und über 45° der SC0 eingesetzt werden. Der SC2 beginnt über 40°C Asphalttemperatur zu schmieren und baut dabei rapide ab, soviel wusste ich bereits aus eigener Erfahrung. Ich entschied mich für den SC1 und packte davon 2 Stück in den Bus. Einen SC2 hatte ich am Motorrad, der sollte als Trainingsreifen herhalten. Einen SC2 und einen SC0 warf ich dann noch kurz vor der Abfahrt, weil mein Reifenlager gerade wieder frisch aufgefüllt war, so zur Sicherheit in den Bus. Ein Arbeitskollege von mir, der Heinz, wollte schon öfter einmal zu einem TNT Termin mitkommen, weil er zum einen den Erwin, welcher als Instruktor immer dabei ist, vom MX her gut kennt und zum anderen wollte er einmal bei so eine Veranstaltung live dabei sein.

Gemeinsam nahmen wir die Strecke nach Brünn unter die Räder und bezogen vor Ort die Box. Mit uns in der Box waren diesmal Peter und Michael, meine Bekannten vom Sachsenring, welche sich diesmal auch Imagenoch den Brünn Termin gegönnt hatten, sowie noch weitere 3 Freunde von den Beiden - bitte fragt mich nicht nach deren Namen, ihr wisst ja, ich und Namen... Am darauf folgenden Tag ist meine Gruppe diesmal erst als Zweite dran, auch fein, weil da hat man länger Zeit für die Vorbereitung. Ich schlüpfe in die Lederkombi und mache mich für meinen Turn fertig. Heinz fragt ob er mir irgendwo behilflich sein kann, weil wenn nicht, dann schaut er sich ein wenig um. Ich lehne seine Hilfe dankend ab, er macht sich auf den Weg und ich drücke auf den Starter vom Motorrad, damit der Motor noch ein wenig warm laufen kann. *WieHiE..HIEE..klack*. "Bitte, was ist denn jetzt los?" Nochmaliger Startversuch - *WIEHHIee...klack*. Das kann doch nicht sein, jetzt wird doch nicht ernsthaft die Batterie hinüber sein?

Wo ist Heinz? Heinz?! HEEinz! HHHEEEINNZ! Kein Heinz mehr zu sehen, in 5 Minuten beginnt mein Turn und diesmal gibt es leider nur 2 freie Turns und dann kommt schon das Zeittraining. JaHimmelOarschund..! Ich laufe in der Hitze mit der Lederbekleidung durch die BoxengasseImage und frage einen jeden den ich sehe, ob er eine Startbox mit dabei hat. Harald hat wirklich eine dabei, kramt sie hervor und ich laufe damit zu meiner RC8. Schraube die Sitzbank ab, lege die Kontakte frei und merke, dass die Kabel der Startbox zu kurz sind um sie auf den Boden zu stellen, laufe in die Nachbarbox und bitte dort um eine helfende Hand. Mit der Startbox gelingt der Start, die RC8 bollert ruhig dahin, Sitz drauf geschraubt, Helm auf, Reifenwärmer runter, Handschuhe rauf, Motorrad vom Montageständer und voll verschwitzt, mit Schnappatmung und Verspätung, auf die Strecke. Echt super, wenn man schon in der Outlap vollkommen erledigt ist. Der Turn geht nach wenigen Runden zu Ende, ich erinnere mich wieder an die Streckenführung Imageund stelle das Motorrad mit einem unguten Gefühl in der Box ab.

Eine Stunde später kommt mein zweiter Turn, welcher der letzte vorm Zeittraining ist und die RC8 springt natürlich wieder nicht an. JaHimmelOarschund.. - die 2te. Nochmal Starthilfe mit der Box, Hektik und Schweiß, nochmal mit Verspätung auf die Strecke. Auf der Strecke läuft es nicht so richtig, die Bremse fühlt sich zu weich an, der Trainingsreifen baut zu wenig Grip auf, dazu kommt ein noch sehr unruhiges Motorrad. Aus der Kurve raus pendelt die Fuhre, in die Kurve rein gibt es Chattering am Vorderrad. Vorm Zeittraining wechsle ich auf den SC1 hinten, ich schau mir noch die Bremsbeläge an und entscheide, dass diese noch für das Zeittraining herhalten müssen. Im Zeittraining bin ich also zum ersten Mal mit einem SC1 unterwegs, welcher natürlich neu einen sehr guten Grip aufbaut. Leider verstärken sich mit ihm die Probleme am Vorderrad, die RC8 pendelt und schlägt mit dem Lenker beim Raus beschleunigenImage aus der Kurve teilweise so stark, dass ich es nur mit äußerster Mühe schaffe, wieder aus dem Hangoff hoch zu kommen, weil eine jede zusätzliche Bewegung das Pendeln verstärkt und ich in letzter Konsequenz das Gas nicht so weit aufmachen kann, wie es der Grip am Hinterrad eigentlich zulassen würde.

Vorne wird das Chattering stärker, die RC8 schiebt zusätzlich über das Vorderrad und ist in den Schikanen nur mit viel Kraft von der einen auf die andere Seite zu bewegen. Ich bin irgendwie ratlos und fahre mit einer 2:14.8, das sind rund 1,5 Sekunden langsamer als meine beste Zeit vom Vorjahr, wieder in die Box. In der Startaufstellung ergibt das den 6. Startplatz. Der SC1 sieht nImageach nur 5 Runden allerdings schlimm aus." Der hält doch nie und nimmer ein 10 Runden Rennen aus", denke ich mir und wechsle mit einigen Sorgenfalten auf der Stirn die Bremsbeläge, soweit man die Reste die davon noch auf der Trägerplatte waren überhaupt noch als Belag bezeichnen darf. In der Zwischenzeit überlege ich mir was ich in Bezug auf den Hinterreifen machen soll, soll ich den 2er aufziehen, den 1er oben lassen, oder es gleich überhaupt mit dem 0er versuchen? Nur was mache ich dann am 2.Tag? Ich habe eben nur vom 1er 2 Stück mit. Egal, ich lasse den Reifen für das weitere Training oben und ziehe für das Rennen den 2ten SC1 auf die andere Felge.

Einmal versuche ich es noch vorm Rennen, kontrolliere noch einmal peinlich genau den Luftdruck, aber die Probleme bleiben. Im Rennen komme ich für meine Verhältnisse recht gut weg, dasImage heißt so viel wie ich verliere am Start weniger als 2 Startreihen, kämpfe mich aber in den ersten Kurven wieder nach vor und befinde mich nach der ersten Runde ein Motorrad hinter der KTM vom Günter. Die 2 vor mir erhöhen das Tempo und ich kralle mich am Hinterrad des Vordermannes und an meiner KTM fest. Das meine ich wirklich so, weil das Motorrad sich unter mir derart gebärdet, als wollte es mich mit aller Gewalt loswerden. Nach der 2. Runde leuchtet am Laptimer eine hohe 12er Zeit auf und während ich mich noch darüber freue, wird das Rennen mit roter Flagge abgebrochen.

JaHimmelOarschund..! - die 3te. Während ich an die Box rolle, sehe ich am Beginn der Boxeneinfahrt Tom herumstehen. Seine RC8 Track hat mit einem Motorschaden den Dienst quittiert, er bekommt aber von KTM eine Leih RC8 für den Neustart. Während ich ihm bei der Demontage seiner Felgen zur Hand gehe, kommt Günter vorbei, packt mit an und auf die Frage von Tom, wann das Rennen neu gestartet wird, kommt von ihm die trockene Antwort: "Wir warten mit dem Start bis du fertig bist." Jetzt sollte man dazu eines wissen, Günter arbeitet als Raceorange ImageManager bei KTM, er organisiert also die Veranstaltungen und gleichzeitig fährt er selber im TNT Cup mit. Er führt diesen auch in der Tabelle an und wenn man sich den Tabellenstand mal genauer ansieht, dann merkt man, dass ihm nur ein Fahrer im Nacken sitzt und jetzt ratet mal wer das ist? Genau - es ist Tom, zu dem er gerade sinngemäß gesagt hat, wir starten wenn du fertig bist. Ich empfinde das als eine sehr faire und sportliche Geste, Applaus dafür!

Das Rennen wurde danach als 5 Runden Sprintrennen neu gestartet. Mein Start war nahezu perfekt - ich verlor nur eine Startreihe und weil ich in der ersten Runde die verlorenen Plätze wieder gut machen konnte, befand ich mich bereits in der 2. Runden hinter Günter. Tom legte zwar wie immer einen guten Start hin, konnte sich aber natürlich nicht so schnell mit der Leih RC8R anfreunden, vor allem die lange Straßenübersetzung und das Fehlen der Goddies von der Track, machten es uns recht einfach an ihm vorbei zu gehen. Meine Probleme aus dem freien Fahren waren nach wie vor vorhanden und nach einigen 12er Zeiten konnte ich mich beim Anbremsen nicht mehr richtig am Lenker abstützen, weil ich konditionell komplett fertig war. Meine KTM musste nach Imagewie vor durch und aus den Kurven geprügelt werden und gedanklich stieg ich pro Runde 5x übers Vorderrad ab. Meine Rundenzeit verschlechterte sich auf 13 und in der vorletzten Runde wurde ich von einer anderen RC8R überholt. Das war der Manfred Blechinger, welcher schon im freien Fahren mit tollen Rundenzeiten aufgefallen ist und eigentlich dachte ich mir, dass er sowieso schon die ganze Zeit vor mir im Rennen fährt. In Wirklichkeit war er aber ab der 2. Runde die ganze Zeit hinter mir. In der letzten Runde schließt er noch die Lücke zu Günter und überholt ihn in den letzten Kurven vor der Ziellinie.

Manfred wurde 1., Günter 2. und ich belegte den 3. Platz. Tom konnte noch Schadensminimierung betreiben und kam knapp vor Alex als 4. ins Ziel. Meine beste Rundenzeit war eine 02:12.550 - lt. meinem Laptimer, weil mein Transponder den Dienst quittierte Imageund ich danach händisch (genau wie Tom der seinen Transponder überhaupt auf seinem defekten Motorrad vergessen hatte) in die Ergebnisliste eingetragen wurde. Ich hatte Schwielen und 3 Blasen an den Händen, eine Blase am Schaltzeh und sah nach nur 5 Runden genau so fertig aus wie mein Hinterreifen. Ich war ratlos, zufrieden und unzufrieden zugleich, weil mit dem Grip am Hinterrad müsste einfach mehr gehen und so konditionell fertig darf man nach nur 5 Runden nicht sein. Heinz fuhr am Abend noch eine Testrunde mit einer Superduke und war sehr angetan von dem Motorrad. Irgendwie hörte ich das leuchten in seinen Augen, als er mir danach seine Eindrücke schilderte. Danach folgte noch die übliche Fahrerlagerromantik, mit Grillerei, Bier, viel Geplauder und Gelächter.

Am nächsten Tag montierte ich den 11 Runden alten SC1 vom Zeittraining und versuchte es erneut. Mittlerweile sprang die RC8 immer problemlos an, wenigstens etwas, die restlichen Probleme blieben und so fuhr ich nach einem gewaltigen Vorderradrutscher nach nur 6 Runden raus und stellte mich zum Bus vom Hrn. Haslacher, wo ich zum ersten Mal seine Dienste in Anspruch nahm. Er fand auch gleich mal was, nämlich eine verspannte Gabel. Entweder habe ich beim Vorderradeinbau gepfuscht und nicht ordentlich durchgefedert, oder es ist haltImage beim Motorradtransport passiert. Sicher ein Punkt auf den ich in Zukunft besser achten werde. Danach drehte er noch überall ein wenig herum und mit dem 2. SC1 vom Vortag, der erste war nach 17 Runden völlig hinüber, ging es zum Zeittraining auf die Strecke. Das Chattering war deutlich weniger, das Lenkerpendeln aus der Kurve hatte sich leicht verbessert, allerdings war sie jetzt auf der Bremse unruhiger.

Ich belegte wieder den 6. Startplatz, fuhr noch mal zum Haslacher, wobei ihm das Reifenbild schon sehr nachdenklich stimmte. Teilweise war der Reifen auf einer Breite von gut 4-5cm komplett aufgerissen, aber nicht durchgehend über den gesamte Umfang, sondern nur eine knappe halbe Umdrehung, danach 10cm nichts und dann wieder ein Stück, danach wieder nichts, usw., aber vorm Rennen wollten wir nicht mehr viel ändern. Er meint, dass der SC1 hier in Brünn noch bei keinem Fahrer funktioniert hat undImage ich beschließe für das Rennen einen SC2 aufzuziehen. Start wie üblich halt, minus 2 Startreihen, in den ersten Runden wieder viele Plätze zurück geholt und danach konstante 13er Zeiten. Anzumerken wäre, dass das Pendeln mit dem SC2 weniger wurde und dass Chattering völlig weg war. Jedoch fehlte es ihm gegenüber dem SC1 an Grip. Klar, der Reifen wurde nicht für diese Streckentemperatur designed und mir fehlt dadurch die Traktion am Kurvenausgang. Der Grip wird im Rennverlauf immer schlechter, jedoch fährt sich die KTM im Gegenzug viel ruhiger. In der letzten Runde erlebe ich noch ein ordentlicher Highsideransatz, ich schlage mit dem Helmvisier in die Verkleidungsscheibe ein, aber zu meinem Glück bleibt nur ein Abdruck am Visier zurück und ich rutsche die restliche Runde durch die Kurven ins Ziel. 52° Streckentemperatur sind für den 2er halt einfachImage zuviel, man erinnert sich, er wird von Pirelli nur bis 35°C Streckentemperatur empfohlen.

Diesmal gewinnt Tom auf einer Leih RC8 Track vor Günter und ich durfte bei meinem 4. Start im TNT Cup zum 4. Mal als 3. auf das Siegerpodest. Ich bin also der ewige Dritte, am ewigen Zweiten muss ich noch ein bisserl arbeiten. Bei der Siegerehrung soll man in Lederkombi oder in Teamkleidung erscheinen, also schlüpfe ich ins Leder und stehe dann als einziger Fahrer mit der Lederkombi schwitzend am Podest. Günter meint, er ist mit dem KTM Leiberl in Teamkleidung erschienen, Imagemuss und kann man so akzeptieren, aber eines weiß ich heute schon, falls ich noch einmal bei so einer Hitze am Podest stehen sollte, dann fahre ich für das Team H&M Sommermode....

Zu Hause beim Ausladen schiebe ich das Motorrad in den Garten, plötzlich ertönt ein *zisch* und eine Rauchwolke steigt unter dem Sitz und Tank auf. Na fein, auch noch ein Kabelbrand. Nach der Demontage vom Sitz, sehe ich die verkohlten Reste vom Pluskabel des Starlane Laptimers. Nach der Demontage stellt sich heraus, dass sich das Kabel unten an der Gabelbrücke aufgescheuert hat und es deshalb zum Kabelbrand gekommen ist. Naja, zumindest ist das ein leicht lösbares Problem. Ich frage mich nur, ob dieses Kabel möglicherweise an der leeren Batterie schuld war? Hmm..

Fotos:

KTM Raceorange

Foto Rejda

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